Diakon/in und Gemeindepädagoge/-in

Kai (23)

„Ich bin hier mit Herzblut dabei.”

Kai lernt im Ev. Johannesstift in Berlin.

Für Diakone ist die Bibel Teil des Lebens

Portrait von Diakonin Nadine
© privat

Nadine (28): Der Job hat mit der Bibel zu tun - aber auch mit Grillpartys!

Nadine erinnert sich noch ganz genau an Maria: Sie saß im Rollstuhl und hat selten zusammenhängend gesprochen. "In meinem ersten Ausbildungsjahr in der Stiftung kreuznacher diakonie bin ich als Betreuerin mit ihr zum Kirchentag gefahren", erzählt Nadine, "Abends in der Disco wollten alle tanzen - Maria auch. Also haben wir ihren Rollstuhl auf der Tanzfläche hin und her geschubst!" Maria war glücklich - und am Ende des Abends sagte sie klar und deutlich: "Nadine, ich danke dir." "Das hat mich echt berührt", gesteht die 28-Jährige.

Als Diakon arbeitest du mit Menschen und bringst ihnen dabei den christlichen Glauben nahe. Nadine macht von Mittwoch bis Sonntag Schichtdienst in einer betreuten Wohngruppe für Menschen mit Behinderungen, montags und dienstags büffelt sie im theologischen Oberseminar Altes Testament, Neues Testament, Seelsorge, Predigt und Jugendarbeit. Über die Bibel zu sprechen, gehört für die 28-Jährige zum Alltag: "Es muss dann gar nicht feierlich werden, es ist einfach Teil meines Lebens!" Schon als Schülerin hat sie Konfi-Betreuung und Jugendarbeit in ihrer Gemeinde gemacht.

Auf einen Blick

  • Diakon/in wirst du entweder per Diakoniestudiengang oder durch die hier vorgestellte 3-jährige berufsbegleitende Aufbauausbildung
  • Voraussetzung: abgeschlossene Erstausbildung in einem Sozial- oder Pflegeberuf
  • Diakone arbeiten in Kirchengemeinden oder diakonischen Einrichtungen
  • Schulische Ausbildung: keine Vergütung
  • Berufseinsteiger/innen verdienen bei der Diakonie: 2.550 bis 3.030 Euro

     

Passt der Beruf zu mir?

Ein Diakon braucht Ideale

Nadine hat eine Erstausbildung zur Erzieherin mit Schwerpunkt Sonderpädagogik gemacht. "Diakon*innen sind grundsätzlich doppelqualifiziert", sagt Diakonin Doris Borngässer, die Leiterin der Diakonenausbildung kreuznacher diakonie. "Unseren Basiskurs besuchen Krankenpflegerinnen, Heilerziehungspfleger, aber auch eine Physiotherapeutin und ein Arzt."

Evangelisch solltest du sein, wenn du Diakon werden willst. "Aber wir sind kein weltfremder, frommer Haufen", stellt Doris Borngässer klar, "sondern wir leben ein bodenständiges Christentum." Das geht auch gar nicht anders, denn der Job ist manchmal hart. In der Wohnungslosenhilfe zum Beispiel triffst du auf Menschen, die Gewalt erfahren oder mit Drogen zu tun haben. "Wer in diesem Bereich arbeiten will, braucht sicher Ideale, muss aber auch die Sozialgesetzgebung genau kennen", sagt die Ausbildungsleiterin.

Nadine war überrascht, dass BWL zum Unterricht gehört. Da hat sie gelernt, wie man Etatpläne macht, falls sie später mal in einer Führungsposition arbeiten will. Aber die 28-Jährige hat andere Pläne: Sie möchte sich auf die klinische Seelsorge spezialisieren: "Ich würde gerne Andachten für Menschen mit Behinderungen anbieten.“ Auch Sterbebegleitung und Trauerarbeit empfindet sie als schöne und wichtige Aufgabe, denn viele der Menschen, die sie betreut hat, sind mittlerweile gestorben. Im Moment ist Nadine aber vor allem mit der Planung für's nächste Wochenende beschäftigt. Ganz entspannt soll es werden: "Wir wollen mit anderen Wohngruppen zusammen eine Grillparty organisieren!"

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