Das Arbeitsrecht der Diakonie

In Kirche und Diakonie gibt es ein eigenes Arbeitsrecht. Die Arbeitsverhältnisse in den Einrichtungen der Diakonie unterliegen dem staatlichen Arbeitsrecht. Kirche und Diakone dürfen ihre Arbeitsverhältnisse jedoch an ihrem kirchlichen Auftrag und ihrem Leitbild der christlichen Dienstgemeinschaft ausrichten.

Das Arbeitsrecht

In der Diakonie regeln Arbeitsrechtliche Kommissionen die Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel Arbeitszeiten, Arbeitsentgelte, Urlaubsansprüche oder Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, in Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) oder anderen kirchlichen Arbeitsrechtsregelungen. Es gibt aber auch kirchliche Tarifverträge. Insgesamt werden über 90 Prozent der Beschäftigten in der Diakonie nach Tarif bezahlt. Für etwa ein Viertel der diakonischen Beschäftigten gelten zum Beispiel die Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland (AVR.DD).

Welches diakonische Tarifwerk gilt? 

Welches diakonische Tarifwerk für die Beschäftigten einer diakonischen Einrichtung gilt, hängt davon ab, in welchem diakonischen Landesverband der Arbeitgeber Mitglied ist. Er kann für seine Arbeitsverhältnisse entweder den regionalen diakonischen Tarif oder die AVR der Diakonie Deutschland (AVR.DD) vereinbaren. Die AVR.DD werden von der Arbeitsrechtlichen Kommission der Diakonie Deutschland (ARK.DD) weiterentwickelt. Die ARK.DD setzt sich aus diakonischen Dienstgeber- oder Dienstnehmervertreter/innen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Gewerkschaftsvertreter/innen zusammen.

Die Vielfalt der Tarife kann beispielsweise dazu führen, dass in derselben Stadt Mitarbeitende bei unterschiedlichen Trägern ein unterschiedliches Gehalt erhalten. So können Mitarbeitende in einer diakonischen Altenpflegeeinrichtung in Köln entweder nach dem regionalen diakonischen Tarif oder nach den Arbeitsvertragsrichtlinien der Diakonie Deutschland (AVR.DD) entlohnt werden. Es ist wichtig, den genauen Tarif zu kennen, nach dem der entsprechende Arbeitgeber bezahlt.

In allen diakonischen Einrichtungen gibt es Mitarbeitervertretungen, die betrieblichen Interessenvertretungen in Kirche und Diakonie. Sie regeln auf der Grundlage des einschlägigen kirchlichen Mitarbeitervertretungsrechts vor Ort mit den Leitungen, wie der Arbeitsalltag gestaltet und einrichtungsinterne Probleme und Konflikte gelöst werden können.

Die Arbeitsrechtliche Kommission

Über das Arbeitsrecht und die Arbeitsvertragsrichtlinien berät die Arbeitsrechtliche Kommission. Je 12 Vertreter/innen der Arbeitgeberseite (also Vorstände diakonischer Einrichtungen) und 12 Vertreter/innen der Arbeitnehmerseite (also Mitarbeiter der Diakonie) gehören dazu.