Das Arbeitsrecht der Diakonie

In Kirche und Diakonie gibt es ein eigenes Arbeitsrecht. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Das Arbeitsrecht

Für die Mitarbeitenden in diakonischen Einrichtungen gelten grundsätzlich die Arbeitnehmerschutzrechte, die für alle arbeitenden Bürger in Deutschland gelten - zum Beispiel aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, dem Arbeitszeitgesetz oder dem Kündigungsschutzgesetz. Zusätzlich gibt es aber ein paar Besonderheiten, zum Beispiel gilt das Verbot für Sonntagsarbeit nicht für Mitarbeiter, die Gottesdienste mitgestalten. Mehr über weitere Besonderheiten erfahren Sie in einem Film und unseren FAQs auf der nächsten Seite.

Die Arbeitsvertragsrichtlinien

Unser Arbeitsrecht und unser Tarif sind in den Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) festgehalten. Es geht darin zum Beispiel um Urlaubstage, Gehälter, Arbeitszeiten oder darum, was passiert, wenn Mitarbeitende krank werden.

Die Leitrichtlinien einschließlich Leittarif für die Berufe am Menschen bei der Diakonie, die für rund 29 Prozent unserer Mitarbeitenden gelten, sind die AVR.DD. Zusätzlich gibt es verschiedene regionale Richtlinien einschließlich Tarife, die davon abweichen, sich aber an den AVR.DD orientieren.

In unserem Dachverband, der Diakonie Deutschland, gilt wiederum die DVO.EKD, die Richtlinien für Verwaltungsberufe, die auch in der Ev. Kirche Anwendung finden. Dieses Werk enthält keine Entgelttabelle, da es sich am TVöD-Bund orientiert.

Die Vielfalt der Tarife kann beispielsweise dazu führen, dass in derselben Stadt Erzieher bei unterschiedlichen Trägern ein unterschiedliches Gehalt erhalten. Handelt es sich um eine evangelische Kita, deren Träger der Kirchenkreis ist, wird der Erzieher nach DVO.EKD bezahlt. Ist der Träger diakonisch, kommt entweder der regionale oder der Bundes-Tarif infrage. Um Ihr Gehalt vergleichen zu können, ist es also wichtig, immer den genauen Tarif zu kennen, nach dem der entsprechende Arbeitgeber bezahlt.

Insgesamt werden aber 90 Prozent der Mitarbeitenden im Gesamtverband der Diakonie nach Tarif bezahlt. Bei den restlichen 10 Prozent handelt es sich zum Beispiel um Gastärzte, die ihre Gehälter selbst verhandeln.

Die Arbeitsrechtliche Komission

Über das Arbeitsrecht und die Arbeitsvertragsrichtlinien berät die Arbeitsrechtliche Kommission. Je 12 Vertreter/innen der Arbeitgeberseite (also Vorstände diakonischer Einrichtungen) und 12 Vertreter/innen der Arbeitnehmerseite (also Mitarbeiter der Diakonie) gehören dazu.