Erzieher/in

Oliver (24)

„Kinder haben einen eigenen Humor.”

Oliver lernt im Ev. Johannesstift in Berlin.

Erzieher werden besonders dringend gesucht

Profilbild Deniz
© privat

Erzieher Deniz: "Mich interessiert vor allem die Arbeit mit Jugendlichen."

Wer beim Erzieher nur an Kindergarten denkt, hat bei Deniz falsch getippt! Das letzte Pflichtpraktikum seiner Erzieher-Ausbildung am Berufskolleg Bethel hat er in einem Jugendzentrum gemacht, wo russische und türkische Teenager aus einem Problemviertel viel Spaß beim gemeinsamen Billardspielen hatten. Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft.

"Ich höre gerne zu, wenn die Jugendlichen mir von ihrem Stress mit Gleichaltrigen, mit den Eltern oder in der Schule erzählen und gebe ihnen Tipps", sagt Deniz, "Mich nervt das Klischee, dass aus Hauptschülern nichts werden kann. Jeder hat sein Talent!" Dafür ist der 23-Jährige selbst der beste Beweis. Auch er hat mit einem Hauptschulabschluss angefangen und sich mit einer ersten Ausbildung zum Sozialhelfer für die Erzieherausbildung qualifiziert. Und das, obwohl sein Vater wollte, dass er Industriekaufmann wird!

Die Jugendlichen haben Respekt vor Deniz, weil er voll hinter dem steht, was er macht. Weil er für sie ein Vorbild ist – auch wegen seiner Familie: Der Vater des 23-Jährigen ist Türke, die Mutter Deutsche. Nicht umsonst werden Erzieher/innen mit interkulturellem Hintergrund immer mehr gesucht. "Ich gebe den Jugendlichen meine eigenen Erfahrungen weiter", sagt Deniz, "Wie es bei mir gelaufen ist: schulisch, sportlich, familiär."

Auf einen Blick

  • Erzieher arbeiten in Kitas, im Hort, in der Jugendarbeit, Erziehungshilfe
  • Voraussetzung:  unterschiedlich je nach Bundesland, meist Abitur oder mittlerer Schulabschluss plus abgeschlossene Sozialassistenten-Ausbildung
  • Schulische Ausbildung: keine Vergütung, Praktikumsvergütung im Anerkennungsjahr: 1.160 bis 1.480 Euro
  • Berufseinsteiger/innen bei der Diakonie verdienen 2.440 bis 2.750 Euro

Passt der Beruf zu mir?

Die Persönlichkeiten der Kinder stärken

Deniz‘ Berufswunsch kommt nicht von ungefähr: Schon seit sieben Jahren macht er ehrenamtlich bei der Evangelischen Jugend in seinem Heimatort mit: "Da bin ich groß geworden, obwohl ich ursprünglich Moslem bin." Ein gutes Team war dort genauso wichtig wie jetzt bei den Erziehern.

Der Beruf entwickelt sich ständig weiter: Mehr Kita-Plätze für unter 3-Jährige und die professionelle Dokumentationen der Talente und Fortschritte von Kindern zählen zu den Neuerungen. Für den Erzieher gibt es verschiedene Fortbildungen. Möglich sind unteranderem Sprachförderung, Musikpädagogik, der Facherzieher Integration oder ein Bachelor Erziehungsstudiengang.

"Ein Erzieher ist wie ein Coach: Er begleitet und stärkt Kinder und Jugendliche in ihrer persönlichen Entwicklung", sagt Antonie Schlee-Klingelmann, Deniz‘ Lehrerin im Berufskolleg, "Dabei ist es ganz wichtig, jeden so anzunehmen wie er ist! Niemand soll umgemodelt werden."

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