Familienpfleger/in

Angela (20)

„Ich weiß, was ich kann, und kann das auch präsentieren.”

Angela lernt in der Kaiserswerther Diakonie.

Familienpfleger springen in Krisensituationen ein

Portrait der Familienpflegerinnen Veronika Linda und Ksenia
© privat

Veronika, Linda und Ksenia - Familienpflegerinnen

Warum sie sich für die Ausbildung zur Familienpflegerin im Ev. Bildungszentrum Hesselberg entschieden haben? Weil sie Familien in Not helfen möchten, da sind sich die Freundinnen Linda, Veronika und Ksenia einig. "Kinder haben es so schwer, wenn ihre Mama krank ist", seufzt Linda. Als Familienpflegerin unterstützt sie – ähnlich wie eine Dorfhelferin - Familien in Krisensituationen im Alltag.

Heidemarie Wudowenz ist Schulleiterin im Bildungszentrum Hesselberg und schmunzelt: "Jeder Einsatz ist wie ein 'Überraschungsei': Man weiß vorher nicht, was drin steckt!" Manchmal ist die Mutter der Familie im Krankenhaus, oft ist sie aber auch krank zu Hause. Dann hilft ihr die Familienpflegerin beim Waschen und Anziehen. "Wir haben Frauen, die frisch operiert sind oder einen Schlaganfall hinter sich haben", erzählt Wudowenz. Die Familienpflegerin muss sehr einfühlsam entscheiden: Hat die Patientin die Kraft, Chefin im Haus zu sein - oder muss ich einspringen?

Auf einen Blick

  • Voraussetzung: je nach Bundesland teils Hauptschulabschluss, mittlerer Schulabschluss oder abgeschlossene Hauswirtschafts-Ausbildung, Freiwilligendienst oder 3-jährige Erfahrung im eigenen Haushalt
  • Fortbildungen: Haushalts-Organisations-Trainer, Dorfhelfer/in, Studium Soziale Arbeit
  • Schulische Ausbildung: keine Vergütung
  • Berufseinsteiger/innen verdienen bei der Diakonie 2.237 bis 2.632 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Die Familien sind dankbar für die Hilfe

Es kommt vor, dass eine Frau eine lebensbedrohliche Krankheit hat. Manche warten zum Beispiel auf ein Spenderorgan. "Das ist eine harte Erfahrung", weiß die Ausbildungsleiterin, "aber auch eine sehr bereichernde, denn in solchen Grenzsituationen entwickelt man sich persönlich ganz stark weiter." Viele Familienpfleger finden es schön zu erleben, wie froh und dankbar die Familien für ihre Hilfe sind. Veronika sagt auch: "Ich bin dadurch erwachsener geworden."

Wichtige Themen in ihrer Ausbildung sind Gesprächsführung, Psychologie, Hauswirtschaft, besondere Bedürfnisse von Patchworkfamilien und die Praktika. Weitere Aufgaben sind Hausaufgabenbetreuung, Baby- und Kinderbetreuung, kranke Familienmitglieder pflegen, einkaufen, kochen, Wäsche waschen und saubermachen.

Familienpfleger lernen, sich seelisch nicht zu sehr an eine Familie zu binden. Damit das nicht passiert, bleiben sie nie länger als sechs oder acht Wochen in Vollzeit im selben Haushalt. Unsere drei Freundinnen haben für nach der Ausbildung große Pläne: Linda möchte ein Jahr lang als Au-pair in Afrika arbeiten, Veronika in Großbritannien. "Ich kann mir vorstellen, dass wir mit unserer Qualifikation als Familienpflegerin bei der Bewerbung gute Chancen haben werden!", strahlt die 20-Jährige. Ihr erklärtes Ziel: Später mal ihr eigenes Kinderheim zu gründen.

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