Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in

Katharina (22)

„Das ist mein Traumberuf.”

Katharina lernt im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus-Speyer.

Informationen zur neuen Pflegeausbildung

Nächstes Jahr, 2020, startet die neue Pflegeausbildung, die der Bundestag im Pflegeberufereformgesetz beschlossen hat – auch in den Ausbildungsstätten der Diakonie! Vielleicht habt ihr unter dem Titel „Generalistische Pflegeausbildung“ oder „Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau“ schon davon gehört und habt jetzt viele Fragen. Hier gibt es Antworten:

Ihr könnt die neue Pflegeausbildung an jeder bisherigen Altenpflegeschule und Krankenpflegeschule in Deutschland absolvieren. Die bisherigen Ausbildungen zum Altenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (w/m/d) und die Unterscheidung in Alten- und Krankenpflegeschulen wird es in der Form wie bisher nicht mehr geben. Allerdings wird es neben dem Abschluss Pflegefachmann / Pflegefachfrau weiterhin über Sonderwege die Abschlüsse zum Altenpfleger und Kinderkrankenpfleger geben sowie mögliche Vertiefungseinsätze in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege. An einigen Schulen laufen bereits seit vielen Jahren Modellprojekte zur generalistischen Pflegeausbildung, die jedoch noch nicht zum Abschluss Pflegefachmann / Pflegefachfrau führen. Die neue Pflegeausbildung im Sinne des Pflegeberufereformgesetzes wird überall erst ab 2020 angeboten. So auch in unseren Ausbildungsstätten!

Der erste Jahrgang der neuen Pflegeausbildung startet in den allermeisten Ausbildungsstätten im Sommer oder Herbst 2020. Einzelne Altenpflegeschulen haben bisher zwei Ausbildungsdurchläufe pro Kalenderjahr angeboten und starteten mit dem ersten bereits im April. Ob das in Zukunft noch möglich sein wird oder ob sich diese Altenpflegeschulen an die Krankenpflegeschulen mit nur einem Durchlauf pro Jahr anpassen müssen, ist noch unklar. Die Bewerbungsphase für den Start im Sommer liegt jedenfalls meist im Frühjahr, für den Start im Frühjahr, wenn er noch möglich sein sollte, meist Anfang des Jahres und ist von Ausbildungsstätte zu Ausbildungsstätte unterschiedlich. Bitte informiert euch direkt in unseren Alten- und Krankenpflegeschulen über die jeweiligen Bewerbungsfristen. Aber wundert euch nicht, wenn ihr dort noch keine Informationen auf den Webseiten findet, denn viele stecken in den praktischen Vorbereitungen für die neue Pflegeausbildung und werden erst im nächsten Jahr mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen.

Ihr müsst gar nichts tun. Die Ausbildung nach dem auslaufenden Modell wird in einer Übergangsphase zu Ende geführt. Euer Abschluss gilt weiterhin und ihr könnt weiter in eurem Beruf als Pflegefachkraft arbeiten. Weil viele von euch nachfragen: Eine Weiterbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau in dem Sinne gibt es nicht. Es handelt sich um die neue Form der Pflegeausbildung, die zukünftige Generationen von Pflegekräften absolvieren. Laut Gesetz gibt es aber die Möglichkeit, die Ausbildung auf Antrag zu verkürzen, indem eine andere gleichwertige Ausbildung auf bis zu zwei Drittel der Ausbildungsdauer angerechnet wird. Diese Regelung wird auch für die bisherigen Abschlüsse als examinierter Altenpfleger, Kranken- oder Kinderkrankenpfleger gelten. Man könnte also eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann absolvieren, um den Abschluss auch noch zu bekommen, wenn man unbedingt möchte. Die Abschlussprüfung wäre komplett zu absolvieren. Aber wie gesagt, das ist eigentlich nicht notwendig.

Weitere Informationen zu den Hintergründen der neuen Pflegeausbildung findet ihr im Themenschwerpunkt zur Generalistischen Pflegeausbildung im Infoportal der Diakonie Deutschland.

Kinderkrankenpflege ist anders als viele denken

Profilaufnahme Regina
© privat

Kinderkrankenpflegerin Regina: "Jeder Tag ist anders"

Den ersten Tag auf der Kinderstation des Klinikums Fürth wird Regina nie vergessen: Ärzte eilten zur Visite, Schwestern huschten über die Flure, in einem Krankenzimmer tobten Kinder herum. Viel Zeit zum Eingewöhnen blieb Regina nicht, sie wurde sofort zum Windelwechseln eingespannt! Seit diesem Tag sind knapp zwei Jahre vergangen. Inzwischen darf Regina viel mehr als Babys wickeln.

Zu ihren Aufgaben gehört: Blutwerte messen, Kinder zum Arzt bringen, Kinder waschen, Frühstück servieren, Medikamente verteilen, Ansprechparterin für die Eltern sein, aber auch jede Menge Papierkram.

"Die Ausbildung ist beliebt, aber viele junge Bewerber wissen leider gar nicht, was auf sie zukommt", sagt Gabriele Fley, Reginas Ausbilderin am Klinikum Fürth. Drei Jahre lang arbeiten die angehenden Kinderkrankenpfleger in der Klinik - im Schichtdienst und auch an Feiertagen. Sie sehen Kinder mit den verschiedensten Krankheiten von Asthma bis Leukämie und werden mit Heimweh und manchmal tragischen Schicksalen konfrontiert. "Das belastet viele junge Leute", sagt Gabriele Fley. Dazu kommt die Theorie. Regina hätte nicht gedacht, dass sie neben der praktischen Arbeit seiteweise Anatomie (Körperkunde) oder Pflegeanweisungen auswendig lernen muss!

Auf einen Blick

  • Kinderkrankenpfleger arbeiten in Krankenhäusern, Kinderkliniken, Kinderheimen, Facharztpraxen, Pflegediensten
  • Die Ausbildung dauert 3 Jahre
  • Vorraussetzung: je nach Bundesland mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss plus 2-jährige Ausbildung oder 1-jährige Ausbildung als Krankenpflegehelfer
  • Ausbildungsvergütung bei der Diakonie je nach Ausbildungsjahr, Bundesland und Tarif: 780 bis 1.217 Euro (Stand 08/2018)
  • Berufseinsteiger/innen bei der Diakonie verdienen 2.428 bis 2.910 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Schwere Nachtschicht mit Happy End

Natürlich gibt es auch schiwerige Situationen. Eine Nachtschicht ist Regina besonders in Erinnerung geblieben. Am späten Abend hatte sich der Zustand eines kleinen Jungen ziemlich schnell verschlechtert. "Der sah ganz komisch aus!" Schließlich entschieden die Ärzte, das Kind auf die Intensivstation zu verlegen. Regina und die anderen Krankenschwestern machten sich Sorgen. Hätten sie schneller reagieren müssen?

Aber die Geschichte ging gut aus. War das eine Freude, als der kleine Junge zurück auf die Kinderstation kam! "Ich musste erst lernen, Distanz aufzubauen und das alles nicht so nah an mich heranzulassen", sagt die 24-Jährige. Gut, dass die älteren Kollegen den Azubis immer zur Seite stehen. Wenn Regina sich etwas von der Seele reden muss, hört ihr auch die Familie zu. Um abzuschalten, geht sie regelmäßig schwimmen oder unternimmt was mit ihren Freunden.

Mit ihrer Ausbildung kann sie auf der ganzen Welt arbeiten. Sobald sie ihren Abschluss in der Tasche hat, will sie noch eine Fortbildung dranhängen, sich am liebsten auf die Pflege auf der Intensivstation spezialisieren. Auch ein berufsbegleitendes Studium der Pflegepädagogik kann sie sich vorstellen. Aber eines ist sicher: "Egal was ich mache, die praktische Arbeit mit den Kindern darf nicht zu kurz kommen!"

Ausbildungsstätten-Suche