Gesundheits- und Krankenpfleger/in

Marcus (23)

„In der Notaufnahme bin ich ganz nah am Geschehen.”

Marcus lernt an der Krankenpflegeschule am Ev. Waldkrankenhaus Spandau.

Informationen zur neuen Pflegeausbildung

Nächstes Jahr, 2020, startet die neue Pflegeausbildung, die der Bundestag im Pflegeberufereformgesetz beschlossen hat – auch in den Ausbildungsstätten der Diakonie! Vielleicht habt ihr unter dem Titel „Generalistische Pflegeausbildung“ oder „Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau“ schon davon gehört und habt jetzt viele Fragen. Hier gibt es Antworten:

Ihr könnt die neue Pflegeausbildung an jeder bisherigen Altenpflegeschule und Krankenpflegeschule in Deutschland absolvieren. Die bisherigen Ausbildungen zum Altenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (w/m/d) und die Unterscheidung in Alten- und Krankenpflegeschulen wird es in der Form wie bisher nicht mehr geben. Allerdings wird es neben dem Abschluss Pflegefachmann / Pflegefachfrau weiterhin über Sonderwege die Abschlüsse zum Altenpfleger und Kinderkrankenpfleger geben sowie mögliche Vertiefungseinsätze in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege. An einigen Schulen laufen bereits seit vielen Jahren Modellprojekte zur generalistischen Pflegeausbildung, die jedoch noch nicht zum Abschluss Pflegefachmann / Pflegefachfrau führen. Die neue Pflegeausbildung im Sinne des Pflegeberufereformgesetzes wird überall erst ab 2020 angeboten. So auch in unseren Ausbildungsstätten!

Der erste Jahrgang der neuen Pflegeausbildung startet in den allermeisten Ausbildungsstätten im Sommer oder Herbst 2020. Einzelne Altenpflegeschulen haben bisher zwei Ausbildungsdurchläufe pro Kalenderjahr angeboten und starteten mit dem ersten bereits im April. Ob das in Zukunft noch möglich sein wird oder ob sich diese Altenpflegeschulen an die Krankenpflegeschulen mit nur einem Durchlauf pro Jahr anpassen müssen, ist noch unklar. Die Bewerbungsphase für den Start im Sommer liegt jedenfalls meist im Frühjahr, für den Start im Frühjahr, wenn er noch möglich sein sollte, meist Anfang des Jahres und ist von Ausbildungsstätte zu Ausbildungsstätte unterschiedlich. Bitte informiert euch direkt in unseren Alten- und Krankenpflegeschulen über die jeweiligen Bewerbungsfristen. Aber wundert euch nicht, wenn ihr dort noch keine Informationen auf den Webseiten findet, denn viele stecken in den praktischen Vorbereitungen für die neue Pflegeausbildung und werden erst im nächsten Jahr mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen.

Ihr müsst gar nichts tun. Die Ausbildung nach dem auslaufenden Modell wird in einer Übergangsphase zu Ende geführt. Euer Abschluss gilt weiterhin und ihr könnt weiter in eurem Beruf als Pflegefachkraft arbeiten. Weil viele von euch nachfragen: Eine Weiterbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau in dem Sinne gibt es nicht. Es handelt sich um die neue Form der Pflegeausbildung, die zukünftige Generationen von Pflegekräften absolvieren. Laut Gesetz gibt es aber die Möglichkeit, die Ausbildung auf Antrag zu verkürzen, indem eine andere gleichwertige Ausbildung auf bis zu zwei Drittel der Ausbildungsdauer angerechnet wird. Diese Regelung wird auch für die bisherigen Abschlüsse als examinierter Altenpfleger, Kranken- oder Kinderkrankenpfleger gelten. Man könnte also eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann absolvieren, um den Abschluss auch noch zu bekommen, wenn man unbedingt möchte. Die Abschlussprüfung wäre komplett zu absolvieren. Aber wie gesagt, das ist eigentlich nicht notwendig.

Weitere Informationen zu den Hintergründen der neuen Pflegeausbildung findet ihr im Themenschwerpunkt zur Generalistischen Pflegeausbildung im Infoportal der Diakonie Deutschland.

Krankenpfleger beraten auch zum gesunden Leben

Portrait von Krankenpfleger Jonathan

Krankenpfleger Jonathan: Dass er Borussia Dortmund-Fan ist, macht den Job leichter.

Als Jonathan vom Saisonsieg der Borussen erzählt, lacht der alte Mann zum ersten Mal. Seit Tagen hat er die Therapie verweigert und seine schlechte Laune an den Pflegern und Schwestern auf der Station für Gefäßchirurgie ausgelassen. Aber nachdem er nun alle Einzelheiten über das Fußballspiel weiß, ist das Eis gebrochen. "Als Pfleger schaffst du eine Verbindung zu deinen Patienten", erklärt Jonathan.

Der 24-Jährige hat in den vergangenen drei Jahren im Ev. Krankenhaus Bielefeld mit Kindern gearbeitet, war auf einer psychiatrischen Station und in der Notaufnahme. Aber am besten gefällt ihm die Gefäßchirurgie, wo sich alles um die Adern und Venen im menschlichen Körper dreht: " Auf dieser Station haben mich Operationen und Therapievorschläge der Ärzte besonders beeindruckt." Hier oder in der Notaufnahme will er auch nach der Ausbildung arbeiten.

Zwar hat jede Station ihren Rhythmus, doch Routine gibt es nicht. Jonathan fängt seinen Dienst mal um 6 Uhr an und ist früh fertig, mal fängt er spät an und arbeitet bis 21 Uhr. "Mit Blut hab‘ ich kein Problem!", grinst der 24-Jährige. Zu seinen Aufgaben gehören: Patienten beim Anziehen, Waschen und Essen helfen, Medikamente verteilen, Spritzen verabreichen, Verbände wechseln, Patienten zu Untersuchungen bringen und Patienten zum Leben mit ihrer Krankheit beraten.

Auf einen Blick

  • Voraussetzung: mittlerer Schulabschluss oder je nach Bundesland Hauptschulabschluss plus 2-jährige Ausbildung oder 1-jährige Ausbildung als Krankenpflegehelfer
  • Karriere: Fortbildung Psychiatrie, Onkologie, Intensivpflege, Pflegestudium
  • Auszubildende verdienen bei der Diakonie je nach Tarif, Ausbildungsjahr und Bundesland: 780 bis 1.217 Euro (Stand 08/2018)
  • Berufseinsteiger/innen verdienen bei der Diakonie: 2.428 bis 2.910 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Ein Praktikum vor der Berufswahl macht Sinn

Auch Jonathans Eltern arbeiten im Krankenhaus. Das fand er schon als Kind faszinierend. Im Schulpraktikum hat er ausprobiert, ob ihm der Job liegt. "Das ist die ideale Vorbereitung für eine Bewerbung", findet Ingrid Lautz, stellvertretende Schulleiterin an Jonathans Schule. "Denn unsere Berufsanfänger tragen von Anfang an Verantwortung. Ihnen wird keine Schonfrist gewährt." Jonathans Freunde finden es toll, dass er so viel über den menschlichen Körper weiß. Wenn einer ins Krankenhaus muss, fragen sie ihm ein Loch in den Bauch. "Das nimmt ihnen die Angst", weiß der 24-Jährige.

Natürlich gibt es in seinem Job auch traurige Tage. Jonathan erinnert sich an einen Mann, der sich nach einem Schlaganfall nicht mehr erholt hat. Um mit der Trauer klarzukommen, hat Jonathan sich mit Handballspielen abgelenkt. Die Kollegen haben sich Zeit für ihn genommen. "In einem diakonischen Krankenhaus mit dem Leitbild 'Nah am Menschen' ist es uns wichtig, die Schüler in schwierigen Ausbildungssituationen und bei der Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten", erklärt die stellvertretende Schulleiterin. Jeden Tag wird Jonathan mit neuen Fällen konfrontiert, andere Patienten werden entlassen - und genau das macht seinen Beruf so spannend!

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