Helfer- und Assistenzausbildungen

Einstieg auch für Hauptschüler*innen

Da du für die meisten dreijährigen Sozial- und Pflegeausbildungen einen Mittleren Schulabschluss brauchst, fängst du nach deinem Hauptschulabschluss mit einer Helfer- oder Assistentenausbildung an.

Helferausbildung Grafik für Infomartionen

Pflegerische Helfer- und Assistenzausbildungen

Leider ist das Feld der Helfer- und Assistentenausbildungen sehr unübersichtlich. In der Pflege gibt es neben der dreijährigen Ausbildung zur*zum Pflegefachfrau*mann zwei verschiedene Arten von Assistenzausbildungen:

Ein- bis zweijährige Assistenzausbildungen

Die ein- bis zweijährigen Helferausbildungen sind in jedem Bundesland anders geregelt. Aber für alle gilt, dass du danach auch mit Hauptschulabschluss die dreijährige Fachkraftausbildung beginnen und sogar verkürzen kannst. Aktuell gibt es bundesweit 27 verschiedene ein- bis zweijährige Pflegehilfs- und Pflegeas­sistenzausbildungen mit acht verschiedenen Berufsbezeichnungen. Sie heißen zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpflegeassistent oder Kranken- und Altenpflegehelfer. Zugangsvoraussetzungen sind meist der Hauptschulabschluss und unterschiedliche zusätzliche Voraussetzungen wie eine Eignungsprüfung, Berufserfahrung in der Pflege oder eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anderen Bereich.

Natürlich eignet sich eine Helferinnenausbildung auch für Menschen, mit mittlerem Schulabschluss, die aus persönlichen Gründen auf eine kurze Ausbildungszeit angewiesen sind und später die Ausbildung zur Pflegefachkraft abschließen wollen. Bitte informiere dich über die Zugangsvoraussetzungen in deinem Bundesland! Einen Überblick bietet die Handreichung „Pflegehilfe und Pflegeassistenz“ des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Durch die neue Pflegeausbildung zur*zum Pflegefachfrau*mann, die ab 2020 startet, kann sich bei den Helfer- und Assistenzausbildungen in der Pflege noch einiges ändern. Wir werden dich auf dieser Seite auf dem Laufenden halten.

Kürzere Pflegequalifikationen und Umschulungen

Kürzere Pflegequalifikationen dauern nur einige Wochen oder Monate. Sie heißen teils Pflegebasiskurs, teils aber auch Pflegehilfe- oder Pflegeassistenzausbildung, obwohl sie sich von den ein- bis zweijährigen Helferausbildungen unterscheiden und keine echten Ausbildungen sind, sondern nur erste Qualifikationen. Solche Qualifikationen machen einen schnellen Berufseinstieg möglich, bieten aber geringe Verdienstmöglichkeiten und keine Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

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Pädagogische Helfer- und Assistenzausbildungen

Auch in den pädagogischen Berufen gibt es den Unterschied zwischen schnellen Qualifizierungen und nachhaltigen Assistenzausbildungen.

Niedrigschwellige Qualifizierungen

Einen schnellen Einstieg ermöglichen die Qualifizierungen zur*zum Alltagsbegleiter*in, zur*zum Alltagsbetreuer*in oder zur Betreuungskraft. Diese dauern wenige Wochen oder Monate und ermöglichen es, in einer Sozial- oder Pflegeeinrichtung zu arbeiten. Allerdings sind freie Stellen für solche Kräfte nicht so häufig ausgeschrieben wie Fachkraftstellen.

Ein- bis zweijährige Helferausbildungen

Es gibt verschiedene ein- bis zweijährigen Helferausbildungen im pädagogischen Bereich. Im Gegensatz zu den ein- bis zweijährigen Pflegehelferausbildungen braucht man allerdings für die pädagogischen Helfer- und Assistenzausbildungen, bei denen man mit Kindern arbeitet, meist auch einen mittleren Schulabschluss. Es gibt aber Ausnahmen. Für die Helferausbildungen in der Behindertenhilfe reicht der Hauptschulabschluss.

1.      Sozialassistent*in: Grundausbildung, die man benötigt, um danach die Erzieher- oder die Heilerziehungspflege-Ausbildung anzuschließen, wenn man kein Abitur hat. Zum Beispiel in Berlin und Nordrhein-Westfalen genügt der zehnjährige Hauptschulabschluss als Zugangsvoraussetzung für die Sozialassistentenausbildung, in anderen Bundesländern dagegen muss man auch für die Sozialassistenz schon einen mittleren Schulabschluss mitbringen.

2.      Sozialpädagogische*r Assistent*in oder Kinderpfleger*in (heißt inden verschiedenen  Bundesländern unterschiedlich und gibt es nicht in allen Bundesländern): Grundausbildung, um danach mit Kindern zu arbeiten oder die Erzieher*innen-Ausbildung zu machen. Auch hier ist häufig der mittlere Schulabschluss notwendig.

3.      Heilerziehungshelfer*in, Heilerziehungspflegehelfer*in, Hei­lerziehungsassistent*in: Dieses Ausbildungen sind ein Einstieg in die Behindertenhilfe und werden in den Bundesländern unterschiedlich bezeichnet. Als Voraussetzung ist der Hauptschulabschluss gefordert. Nur Heilerziehungsassistent*innen in Baden-Württemberg haben Aufstiegschancen und können die dreijährige Heilerziehungspflegeausbildung anschließen. Alle anderen können ohne mittleren Schulabschluss nicht weiterkommen.

 

Wie soll ich mich entscheiden?

Triff als erstes die Entscheidung, ob du einen schnellen Einstieg mit geringem Gehalt und wenig Aufstiegschancen suchst (Qualifizierung) oder eine ein- bis zweijährige Helferausbildung machen möchtest. Wenn du das entschieden hast, suchst du dir Ausbildungsstätten in deiner Nähe heraus und besprichst die Einzelheiten und Voraussetzungen dort vor Ort.