Berufsbegleitend zum systemischen Coach

Wegen der hohen Nachfrage und des großen Bedarfs bietet die Bundesakademie für Kirche und Diakonie (bakd) ab 2018 erneut die dreijährige berufsbegleitende Weiterbildung „Systemische Supervision und Coaching“ an. Eine, die diese Weiterbildung bereits absolviert hat, ist Birgit Görig. Die 53-Jährige ist Einrichtungsleiterin in der Evangelischen Johannisstift Jugendhilfe gGmbH und profitiert in ihrem Arbeitsleben stark von den Erfahrungen dieser Weiterbildung.

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Birgit Görig (53) ist Leiterin einer Jugendhilfeeinrichtung und bildet sich berufsbegleitend weiter

Warum haben Sie sich für die Weiterbildung „Systemische Supervision und Coaching“ entschieden?

Birgit Görig: Ich habe bereits eine Ausbildung zur systemischen Familientherapeutin absolviert und wollte die dort erlernten Methoden auffrischen und mit neuen Erfahrungen kombinieren. Anfangs war ich skeptisch, weil eine Weiterbildung doch eine sehr intensive Herausforderung ist – zeitlich und inhaltlich. Die Aussicht auf neue Methoden, die ich hier erlernen konnte, war dann überzeugend. Ich wollte unbedingt einen Blick von außen auf mein Arbeitsleben einnehmen und meine Handlungsmöglichkeiten erweitern, deshalb habe ich mich für diese Weiterbildung entschieden. Die systemische Ausrichtung habe ich bewusst gewählt, weil sie mir bereits aus der Familientherapieausbildung vertraut war und die Schwerpunkte Konstruktivismus, Wertschätzung und Lösungsorientierung meine Überzeugung und Arbeitsweise widerspiegeln. Ebenso schätze ich die Leichtigkeit und den Perspektivwechsel, die durch systemische Methoden erreicht werden kann. Dieser Ansatz wurde während der Zeit der Weiterbildung an vielen Stellen spür- und lernbar. Sehr passend erschien mir dabei auch das Konzept einer festen Ausbildungsgruppe. 

Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Görig: Ja. Besonders die sehr praktisch orientierte Weiterbildung hat mich überzeugt. Dass wir gleich zu Beginn der Weiterbildung mit eigenen Supervisions- und Coachingprozessen starten konnten, hat mir sehr gefallen, ebenso die intensive Begleitung durch die Ausbildungsleitung. Diese Ausrichtung war für mich ein besonderes Kennzeichen dieser Weiterbildung an der bakd. Außerdem spielte ich bereits mit der Idee, möglicherweise nebenberuflich in anderen Arbeitsfeldern tätig werden zu können. Diese Erwartungen haben sich im vollen Umfang erfüllt. Ich nutze das erworbene Methodenrepertoire in der Begleitung meiner Kolleginnen und Kollegen, konnte Wissen auffrischen und bin nebenberuflich in verschiedenen Branchen tätig.

Woran merkt man es in Ihrem derzeitigen Arbeitsleben, dass Sie diese Weiterbildung absolvieren?

Görig: Direkte Rückmeldungen der Kolleginnen und Kollegen signalisieren mir, dass mein systemisches Fragen in Bezug auf Sachverhalte und Situationen, als wohltuend wahrgenommen wird. Ich stelle in der direkten Kommunikation mehr Fragen aus der sogenannten Metaposition und rege zu Perspektivwechseln an. Mein Blick auf Team- und Fallkonstellationen hat sich erweitert. Positionen miteinander in Verbindung zu setzen und reflektierende Prozesse zu initiieren, gehört nun zu meinem Repertoire.

Was würden Sie jemandem raten, der jetzt mit der Weiterbildung beginnt?

Görig: Sinnvoll erscheint mir hier, sich verschiedene Institute und deren Programme  anzusehen. Die Inhalte unterscheiden sich möglicherweise nicht grundlegend, Schwerpunkte sind allerdings unterschiedlich gewichtet.  Die Lehrenden sollten einem sympathisch sein, ebenso die Ausbildungsgruppe, denn man verbringt viel Zeit mit diesen Menschen. Bereichernd habe ich die externen Dozenten erlebt, die zusätzlich zu bestimmten Themen hinzugezogen wurden, zum Beispiel zu den Themen Traumatisierung und Interkulturelle Aspekte. Das ist ein Kriterium, das ich unbedingt empfehle. Der Preis der Ausbildung an der bakd ist vergleichsweise günstig, auch das ist unter Umständen ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Weiterbildung "Systemische Supervision und Coaching"

Die Weiterbildung „Systemische Supervision und Coaching“ richtet sich vorrangig an Fachkräfte aus dem Nonprofit-Bereich. Sie eignet sich für Teilnehmende aus sozialen, medizinisch/pflegerischen, beratenden, gemeinwesen-, schul- und bildungsbezogenen sowie aus personal- und organisationsbezogenen Arbeitsfeldern, die bereits über eine einschlägige Ausbildung und Erfahrung im Bereich Soziale Arbeit, Pädagogik, Sozialpädagogik, Psychologie, Medizin oder Theologie verfügen. Über andere berufliche Qualifikationen als Voraussetzung für die Weiterbildung wird individuell entschieden.

Am 9. Februar 2018 findet ein Informations- und Auswahltag statt, zu dem die Bewerberinnen und Bewerber nach Eingang einer aussagekräftigen Bewerbung eingeladen werden.