Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen

Sandra (25)

„Hier kann ich was bewirken.”

Sandra lernt im Diakoniewerk Essen.

Kaufleute im Gesundheitswesen - der Bürojob unter den sozialen Berufen

Portrait von Kauffrau Katharina
© privat

Katharina (25): Ich wusste vorher gar nicht, dass es so was gibt!

Katharina, 25, sitzt am Schreibtisch, neben ihr ein Stapel mit Rechnungen, die sie gerade bearbeitet. Daneben steht ein dicker Wälzer zu medizinischen Fachbegriffen und Krankheiten. Als angehende Kauffrau im Gesundheitswesen lernt Katharina nämlich in den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel nicht nur die klassischen kaufmännischen Tätigkeiten, sondern auch die Besonderheiten des Sozial- und Gesundheitswesens kennen!

Ein Tipp aus der Verwandtschaft hat die 25-Jähriege auf diese Ausbildung aufmerksam gemacht, als sie erzählte, dass sie mit ihrem Studium auf Grundschullehramt nicht so glücklich sei.  „Ich wusste vorher gar nicht, dass es so was gibt“, sagt sie. Kein Wunder, die Ausbildung ist nämlich noch recht neu – und daher auch noch nicht so bekannt.

Katharina lernt beispielsweise in „Gesundheitserziehung“, was sich hinter medizinischen Fachbegriffen wie Blinddarm- oder Magenschleimhautentzündung verbirgt. Im Fach „Abrechnung und Steuerung“ geht es darum, wie Krankenhäuser und Altenpflegeheime organisiert sind, wie die ambulanten und stationären Leistungen abgerechnet werden. Die Praktika während der dreijährigen Berufsschulausbildung finden nicht nur in der Personalabteilung oder im Controlling statt, sondern auch in der Pflege.

Auf einen Blick

  • Voraussetzung: unterschiedlich; 2012 hatten 58% der Ausbildungsanfänger Abitur, 34% mittleren Schulabschluss, 6% Hauptschulabschluss
  • Kaufleute im Gesundheitswesen arbeiten in Krankenhausverwaltungen, Diakoniestationen, ambulanten Pflegediensten
  • Vergütung: Auszubildende bei der Diakonie verdienen je nach Tarif, Ausbildungsjahr und Bundesland: 600 bis 1.096 Euro, Berufseinsteiger/in 2.237 bis 2.910 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Keine Angst vor Zahlen

„Bei der Auswahl der Bewerber achten wir auf gute Schulnoten“, erklärt Yvonne Spiertz, Katharinas Ausbildungsleiterin in Bethel. Stimmen müssen aber auch Motivation und Einstellung: „Viel Wert legen wir auf soziales Engagement, Flexibilität und Mobilität unserer Azubis.“ Wichtig ist, dass du aufgeschlossen bist und gerne im Team arbeitest.  „Außerdem sollte man keine Angst vor Zahlen haben und grundsätzlich an medizinischen Themen interessiert sein“, ergänzt Katharina. Aber keine Bange: „Mathe ist in der Berufsschule viel spannender als Schulmathe!“ Auch wenn die Abrechnung, die sie im Moment macht, nicht so ihr Ding ist.

Der Ausbildungsabschnitt in der Personalabteilung hat Katharina besser gefallen! „Ich war viel im Haus unterwegs, habe zum Beispiel Unterschriften für Verträge eingeholt, und telefoniert“, sagt sie. Einige Mitschüler machen ihre Ausbildung in Arztpraxen oder Pflegeheimen – da haben sie wiederum direkt mit Menschen zu tun. Genau in dieser Vielfalt an möglichen Arbeitsplätzen sieht Yvonne Spiertz große Vorteile: „Kaufleute im Gesundheitswesen sind universell einsetzbar und haben daher gute berufliche Chancen.“ Katharina möchte allerdings nach ihrer Ausbildung vielleicht doch noch einen zweiten Versuch an der Hochschule wagen und Gesundheitsmanagement oder Religionspädagogik studieren.

Ausbildungsstätten-Suche