Noch kurzfristig einen Ausbildungsplatz ergattern

Im August, September und Oktober fällt in nahezu allen Ausbildungsberufen der Startschuss. Wer sich jetzt noch nicht beworben hat, sieht alt aus. Oder? Wir sprachen mit Heike Henke vom zentralen Bewerbermanagement der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel über die Möglichkeit, noch auf den letzten Drücker durchzustarten.

Wie kommen Interessierte kurz vor dem Ausbildungsstart noch an einen Ausbildungsplatz?

Heike Henke von der Stiftung Bethel kümmert sich um alle Bewerberanfragen

Natürlich ist es immer von Vorteil, sich rechtzeitig für seinen Wunsch-Ausbildungsplatz zu bewerben. Wer das bisher verpasst hat, sollte aber keinesfalls den Kopf in den Sand stecken, sondern aktiv werden. Wir versuchen für engagierte Bewerberinnen und Bewerber immer Lösungen zu finden, auch wenn Fristen bereits verstrichen sind. Ausbildungssuchende sind bei mir und meinem Team vom zentralen Bewerbermanagement genau richtig, wenn sie sich über freie Plätze informieren wollen. Sie erreichen uns telefonisch unter 0521 144-1985 oder über unsere E-Mail-Adresse [email protected] Wir antworten direkt oder leiten die Anfrage an die entsprechende Abteilung weiter. Ganz neu ist auch unsere Website bethel-beruflich.de: Wer hier seine Anfrage und Telefonnummer hinterlässt, den rufen wir innerhalb von 48 Stunden zurück und beantworten die konkrete Anfrage im persönlichen Gespräch.

In welchen Ausbildungsberufen sind die Chancen besonders gut?

Im Berufsfeld Altenpflege drückt uns sprichwörtlich der Schuh. Wie bei vielen anderen Einrichtungen auch, haben wir einen Nachwuchsmangel im Berufsfeld Altenpflege. Wir bieten die Altenpflege-Ausbildung in Bielefeld sowohl in Vollzeit- als auch in Teilzeit an, Ausbildungsbeginn ist immer der 1. Oktober (Vollzeit) und der 1. April (Teilzeit). Hier stehen die Chancen hoch, auch kurzfristig noch einen Platz zu bekommen. Sie können die Ausbildung aber auch in Berlin oder Brandenburg absolvieren.
Besonderen Bedarf an Bewerberinnen und Bewerbern gibt es in jedem Fall auch an den Gesundheitsschulen in Bielefeld, an denen unter anderem Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Kinderkrankenpfleger*innen und Pflegeassistent*innen ausgebildet werden. Ausbildungsbeginn ist immer der 1. September und der 1. April, je nach Anmeldevolumen starten wir z. B. in Bielefeld auch eine Ausbildungsklasse zum 1. Oktober. Ebenfalls am 1. April starten bei uns auch Ausbildungsjahrgänge in den Berufen Ergotherapeut*in und Diätassistent*in. Das wissen viele nicht und es ist besonders interessant für alle, die den Ausbildungsstart im Herbst verpasst haben. In Berlin können Sie zum Beispiel im Bereich der Gesundheits- und Krankenpflege und Operationstechnische Assistenz ausbilden lassen.

Ebenfalls eher unbekannt ist, dass wir besonders in der Region Ostwestfalen-Lippe auch immer handwerklich begabten Nachwuchs suchen. Denn wir bilden in unseren Betrieben auch Maler*innen, Lackierer*innen, Elektroniker*innen, Anlagenmechaniker*innen, Metallblasinstrumentenmacher*in, Bodenleger*in und Gärtner*innen aus.
Auch ist es möglich sich am Berufskolleg in Bethel (Bielefeld), am Birkenhof Bildungszentrum (Niedersachsen), am Berufskolleg der Ev. Sozialpädagogischen Ausbildungsstätte (Münster) oder am Diakonischen Zentrum Lobetal (Berlin/Brandenburg) je nach Eingangsvoraussetzung kurzfristig zur Ausbildung zum Sozialassistent*in, Heilerziehungspfleger*in, Heilpädagoge*in oder Erzieher*in zu bewerben.

Im Gegensatz zu den bereits genannten sind unsere kaufmännischen Ausbildungsberufe immer sehr gut ausgelastet. Wer sich bei uns zur Kauffrau oder zum Kaufmann in den Bereichen Informatik, Büromanagement oder Gesundheitswesen ausbilden lassen möchte, muss sich unbedingt mindestens ein halbes Jahr vor dem Ausbildungsstart am 1. September bewerben, um noch Chancen zu haben, in das Bewerbungsverfahren aufgenommen zu werden. Aktuell bewerben wir schon die Ausbildungsplätze für 2018. Aber natürlich öffnet sich auch hier mal spontan ein Türchen, zum Beispiel wenn jemand einen Ausbildungsplatz doch nicht wie geplant antritt – dann wird ein Platz für einen Nachrücker frei. Nachfragen lohnt sich also immer.

Ist ein Ausbildungsstart im laufenden Ausbildungsjahr noch möglich?

Das hängt davon ab, ob die Bewerberin oder der Bewerber bereits berufsrelevante Erfahrungen mitbringt. Dann bestehen vor allem für das Arbeitsfeld Altenpflege im Fachseminar Altenpflege in Bielefeld, in der Altenpflegeschule Lobetal oder den Lazarus Schulen in Berlin sowie bei den Gesundheitsberufen durchaus gute Möglichkeiten für einen Quereinstieg im laufenden Betrieb.

Interview: Diakonie/Verena Manhart

Zum Hintergrund: Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel sind eines der großen diakonischen Unternehmen in Deutschland mit überregional mehr als 18.000 Mitarbeiter*innen in fast allen Arbeitsfeldern des Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesens. Bethel bietet eine besonders große Vielfalt an Ausbildungsangeboten an. Dazu gehören Berufsausbildungen, Fachhochschulstudium und die allgemeine Hochschulreife kombiniert mit einer beruflichen Ausbildung. Junge Erwachsene, die sich beruflich orientieren möchten, können ein Praktikum absolvieren oder im „Betheljahr“ Erfahrungen im Umgang mit hilfebedürftigen Menschen sammeln.