Notfallsanitäter/in

Karen, Laszlo und Dorian

„Adrenalin-Junkie oder Held?”

Wir lernen am Johanniter-Bildungsinstitut Berlin.

Notfallsanitäter sind als erstes vor Ort

Portrait von Notfallsanitäterin Isabell
© privat

Isa: "Im Rettungsdienst musst du körperlich total fit sein!"

Die alte Dame auf der Trage hat Schmerzen, sie jammert und klagt. Sie ist gestürzt und mit Isa (25) im Rettungswagen in die Notaufnahme gekommen. Isa hält ihre Hand und redet beruhigend auf sie ein. Dabei lässt sie den Arzt und die Krankenpfleger nicht aus den Augen, merkt sich die Diagnosen und prägt sich ein, was zu tun ist. „Die Seniorin hat sich den Arm gebrochen und Schürfwunden im Gesicht“, erklärt Isa.

Im Rettungsdienst arbeiten kann aus vielen Gründen nicht jeder: So musst du zum Beispiel total fit sein, denn der Rucksack mit dem Einsatzmaterial wie Verbände, Infusionen, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät wiegt etwa 15 Kilo. Patienten müssen auch getragen werden – manchmal aus dem fünften Stock im steilen Altbautreppenhaus ohne Fahrstuhl. „Ein guter Rücken und ein paar Muskeln sind gut“, sagt Thomas Kohns von der Johanniter-Akademie Leipzig, wo Isa lernt.

Auf einen Blick

  • der Helfer des Notfallsanitäters heißt Rettungssanitäter
  • Voraussetzung: mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss plus 2-jährige Berufsausbildung; du musst volljährig sein
  • Karriere: Fortbildung Lehr-Notfallsanitäter, Betrieblicher Notfallsanitäter, Leiter/in Rettungswache, internationale Katastrophenhilfe
  • Schulische Ausbildung: keine Vergütung
  • Berufseinsteiger/innen verdienen bei uns: 2.743 bis 2.910 Euro im Monat (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Starke Nerven sind das A und O

Auch muss Isa mit Schicksalsschlägen umgehen. „Man sieht Dinge, die man eigentlich nicht sehen möchte. Der Tod ist nicht das Schlimmste, soziale Konflikte fordern einen viel mehr“, erklärt Kohns. Auch Verwahrlosung, Einsamkeit und Hilflosigkeit gehören zum Alltag im Rettungsdienst. „Starke Nerven und eine große körperliche Belastbarkeit sind das A und O“, sagt Kohns. Isa jobbt auch noch neben der Ausbildung, weil sie für den C1-Führerschein für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen spart: „Den brauch ich, um den Rettungswagen fahren zu dürfen.“ 

Damit ist sie als erste am Einsatzort. Ein Notarzt kommt nur dazu, wenn es wirklich nötig ist. „Das zu entscheiden, lernen die Notfallsanitäter“, sagt Kohns. Die 25-Jährige Isa will nach ein paar Jahren Berufserfahrung eine Weiterbildung zur Lehr-Notfallsanitäterin machen, dann kann sie selbst Notfallsanitäter ausbilden, ihnen etwas über Anatomie (Körperlehre), Hygiene, Krankheitslehre und die Organisation des Rettungsdienstes beibringen. Übrigens: Wenn du ein Medizinstudium anpeilst, kannst du mit der Ausbildung zum Notfallsanitäter die Wartezeit auf einen Studienplatz sinnvoll nutzen!

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