Pflegefachfrau/-mann

Johanna (21)

„Diese Ausbildung hat viele Vorteile!”

Johanna lernt an der Wannsee-Schule Berlin. Bisher ist die "Generalistische Pflegeausbildung" dort noch ein Modell-Projekt.

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Neugestaltung der Pflegeausbildung

Portrait von Pflegefachfrau Carolin
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Carolin lernt im neuen Ausbildungsmodell gleich mehrere Pflegeberufe kennen.

Die so genannte "Generalistische Pflegeausbildung" mit dem Berufsabschluss "Pflegefachfrau-/mann" wird es offiziell erst ab dem Jahr 2020 geben. Einige Ausbildungsstätten der Diakonie probieren sie aber schon seit Jahren in Modellprojekten aus. Dort lernen die Auszubildenden generalistisch, müssen sich aber noch für einen der "alten" Abschlüsse wie Altenpfleger/in oder Gesundheits-Krankenpfleger/in entscheiden. Meist können sie nach einem weiteren halben Jahr den zweiten Abschluss auch noch bekommen.

Und warum gibt es nun die generalistische Ausbildung? Nun, Pflege ist Pflege - ob du Kinder, junge oder alte Menschen oder Menschen mit Behinderung pflegst. Die feinen Unterschiede kannst du viel besser verstehen, wenn du dich in allen Pflegebereichen auskennst - so wie Carolin. Sie lernt mit Alten- und Kinderkrankenpflegern zusammen viel über Medizin, Pflegewissenschaft und Ernährung.

Ihr schönstes Ausbildungserlebnis bei den Diakonissen Speyer-Mannheim hatte die 22-Jährige beim Praktikum auf der Inneren Station. Einer ihrer Patienten hatte im Altersheim ein ganzes Jahr lang kein Wort mehr gesprochen. "Ich hab‘ ihm sein Essen gebracht und mir einfach Zeit für ihn genommen", erzählt sie, "Und auf einmal fing der Mann an, mit mir zu reden!" Seit sie drei Jahre alt ist, will Carolin Krankenschwester werden. "Mein kleiner Bruder war damals sehr krank", erzählt sie, "und die Schwestern, die ihn pflegten, haben mich echt beeindruckt!" Nach drei Pflegepraktika in Klasse 9, Klasse 11 und nach dem Abi war die Sache endgültig klar.

Auf einen Blick

  • Die "Generalistischen Pflegeausbildung" mit dem Abschluss Pflegefachfrau/-mann wurde 2017 von der Bundesregierung beschlossen und startet 2020.
  • Es gibt dieselbe Vergütung wie in der klassischen Gesundheits- und Krankenpflege.
  • Pflegefachkräfte, die noch die "alte" Ausbildung gemacht haben, können ab 2020 den Abschluss "Pflegefachfrau/-mann" bekommen, wenn sie eine verkürzte generalistische Ausbildung absolvieren. Sie können aber auch einfach in ihrem Beruf weiterarbeiten.

Passt der Beruf zu mir?

Gesund bleiben will gelernt sein

Interessant zu wissen: Die Pflegeausbildungen haben sich in den vergangenen Jahren sehr verändert. "Heute steht nicht mehr die Krankheit, sondern die Gesundheit im Vordergrund", erklärt Tanja Schaller, die Schulleiterin in Speyer. "Wir zeigen dem Patienten, wie er mit seiner Krankheit gut leben und Folgeerkrankungen verhindern kann." In der Generalistischen Pflegeausbildung geht’s immer um jedes Lebensalter, zum Beispiel beim Thema Ernährung: Welches Essen brauche ich als Kind, als 40-Jähriger und als Senior, um gesund zu bleiben?

Ganz gleich in welcher Pflegeeinrichtung: Es gibt jede Menge zu tun. Ob du gerade mit einem Patienten sprichst oder Spritzen sortierst - oft scheint die Zeit davonzurennen. "Der Job kostet Kraft", merkt Carolin, "Deshalb will ich mir für die Zukunft auch andere Optionen offenhalten." Die 22-Jährige peilt ein Gerontologie-Studium an. Das kann sie schnell durchziehen, denn zwei Semester werden ihr für die Praxiserfahrungen in den beiden Ausbildungen angerechnet.

Die Azubis der Diakonissen können ihr Wahl-Praktikum im Ausland machen. Carolin war vier Wochen in einer Ambulanz in Nairobi: "Der Standard der medizinischen Versorgung dort hat mich geschockt!", sagt sie und schwärmt doch im nächsten Atemzug von den faszinierenden Menschen und Märkten in Afrika. "Das Leben ist in Afrika intensiver, zum Beispiel haben die Mütter eine ganz enge Bindung zu ihren Kindern." Andere Pflege-Absolventen aus Speyer arbeiten in der Schweiz oder sind als Professional Au-pairs in Amerika unterwegs.

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