Altenpfleger/in

Jessica (20)

„Man muss bereit sein zu geben.”

Jessica lernt im Ev. Johannesstift in Berlin.

Informationen zur neuen Pflegeausbildung

Nächstes Jahr, 2020, startet die neue Pflegeausbildung, die der Bundestag im Pflegeberufereformgesetz beschlossen hat – auch in den Ausbildungsstätten der Diakonie! Vielleicht habt ihr unter dem Titel „Generalistische Pflegeausbildung“ oder „Ausbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau“ schon davon gehört und habt jetzt viele Fragen. Hier gibt es Antworten:

Ihr könnt die neue Pflegeausbildung an jeder bisherigen Altenpflegeschule und Krankenpflegeschule in Deutschland absolvieren. Die bisherigen Ausbildungen zum Altenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpfleger oder zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (w/m/d) und die Unterscheidung in Alten- und Krankenpflegeschulen wird es in der Form wie bisher nicht mehr geben. Allerdings wird es neben dem Abschluss Pflegefachmann / Pflegefachfrau weiterhin über Sonderwege die Abschlüsse zum Altenpfleger und Kinderkrankenpfleger geben sowie mögliche Vertiefungseinsätze in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege. An einigen Schulen laufen bereits seit vielen Jahren Modellprojekte zur generalistischen Pflegeausbildung, die jedoch noch nicht zum Abschluss Pflegefachmann / Pflegefachfrau führen. Die neue Pflegeausbildung im Sinne des Pflegeberufereformgesetzes wird überall erst ab 2020 angeboten. So auch in unseren Ausbildungsstätten!

Der erste Jahrgang der neuen Pflegeausbildung startet in den allermeisten Ausbildungsstätten im Sommer oder Herbst 2020. Einzelne Altenpflegeschulen haben bisher zwei Ausbildungsdurchläufe pro Kalenderjahr angeboten und starteten mit dem ersten bereits im April. Ob das in Zukunft noch möglich sein wird oder ob sich diese Altenpflegeschulen an die Krankenpflegeschulen mit nur einem Durchlauf pro Jahr anpassen müssen, ist noch unklar. Die Bewerbungsphase für den Start im Sommer liegt jedenfalls meist im Frühjahr, für den Start im Frühjahr, wenn er noch möglich sein sollte, meist Anfang des Jahres und ist von Ausbildungsstätte zu Ausbildungsstätte unterschiedlich. Bitte informiert euch direkt in unseren Alten- und Krankenpflegeschulen über die jeweiligen Bewerbungsfristen. Aber wundert euch nicht, wenn ihr dort noch keine Informationen auf den Webseiten findet, denn viele stecken in den praktischen Vorbereitungen für die neue Pflegeausbildung und werden erst im nächsten Jahr mit der Öffentlichkeitsarbeit beginnen.

Ihr müsst gar nichts tun. Die Ausbildung nach dem auslaufenden Modell wird in einer Übergangsphase zu Ende geführt. Euer Abschluss gilt weiterhin und ihr könnt weiter in eurem Beruf als Pflegefachkraft arbeiten. Weil viele von euch nachfragen: Eine Weiterbildung zum Pflegefachmann / zur Pflegefachfrau in dem Sinne gibt es nicht. Es handelt sich um die neue Form der Pflegeausbildung, die zukünftige Generationen von Pflegekräften absolvieren. Laut Gesetz gibt es aber die Möglichkeit, die Ausbildung auf Antrag zu verkürzen, indem eine andere gleichwertige Ausbildung auf bis zu zwei Drittel der Ausbildungsdauer angerechnet wird. Diese Regelung wird auch für die bisherigen Abschlüsse als examinierter Altenpfleger, Kranken- oder Kinderkrankenpfleger gelten. Man könnte also eine verkürzte Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann absolvieren, um den Abschluss auch noch zu bekommen, wenn man unbedingt möchte. Die Abschlussprüfung wäre komplett zu absolvieren. Aber wie gesagt, das ist eigentlich nicht notwendig.

Weitere Informationen zu den Hintergründen der neuen Pflegeausbildung findet ihr im Themenschwerpunkt zur Generalistischen Pflegeausbildung im Infoportal der Diakonie Deutschland.

Altenpfleger ist ein Zukunftsberuf

Profilbild von Marco
© privat

Altenpfleger Marco: Die Seniorinnen lieben sein Lächeln - und sein Klavierspiel.

Als Marco sich ans Piano setzt, wird‘s ganz still im Wohnzimmer des Seniorenheims. Er spielt die ersten Takte eines alten Volksliedes. Besonders die alten Damen bekommen feuchte Augen. "Mit Musik kriege ich sie alle!", freut sich Marco. Der 22-jährige Altenpflege-Azubi ist für bestimmte Bewohner fest verantwortlich. Er weckt sie zum Frühstück, hilft beim Waschen, Anziehen und Essen oder sorgt für Abwechslung im Heimalltag, indem er mit "seinen" Bewohnern spazieren geht. Die sind von Herzen dankbar für die Zeit, die er ihnen schenkt.

Andrea Mang, seine Ausbilderin an der Altenpflegeschule der Ev. Diakonissenanstalt in Stuttgart, findet: "Jeder Tag mit den alten Menschen ist anders." Und sie weiß, dass Marcos Beruf Zukunft hat: "Wer examinierter Altenpfleger ist, kann sich seinen Job quasi aussuchen." Altenpfleger sind überall in Deutschland heiß begehrt, schließlich gibt es immer mehr alte Menschen. Marco will nach der Ausbildung Pflegemanagement studieren. "Ich will was für die Altenpflege tun", sagt er, "Schließlich werden wir alle älter. Die Pflege darf nicht länger Tabuthema sein!"

In der Ausbildung lernt Marco unter anderem etwas über Anatomie, Krankheiten im Alter, Sport und Ernährung für Senioren und über die Pflegerichtlinien. Zu seinen Aufgaben gehören Körperpflege, Blutdruck messen, Spritzen geben und die Auseinandersetzung mit dem Tod.

Auf einen Blick

  • Altenpfleger arbeiten im Pflegeheim, Krankenhaus, in der Reha-Klinik, beim Pflegedienst
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre, Voraussetzung: 10-jähriger Hauptschulabschluss; für Altenpflegehelfer: 1 Jahr, 9-jähriger Hauptschulabschluss
  • du brauchst einen Schulplatz und einen Praxisplatz
  • Auszubildende bei der Diakonie verdienen je nach Tarif, Ausbildungsjahr und Bundesland: 780 bis 1.217 Euro (Stand 08/2018)
  • Berufseinsteiger/innen verdienen bei der Diakonie: 2.428 bis 2.910 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Vorurteile nerven

Inzwischen hat Marco seinen Job auf Station gegen den mobilen Dienst eingetauscht. Mit dem Dienstwagen fährt er von Patient zu Patient. Erledigt den Haushalt, stutzt dem einen den Bart, hilft der anderen beim Wechseln der Stützstrümpfe. Aber vor allem unterhält sich Marco mit den alten Leuten: "Es ist unglaublich, was die alles über die deutsche Geschichte wissen!"

Klar bleiben auch Generationenkonflikte nicht aus. Viele sind streitlustig. Aber Marco hat gelernt, ruhig zu bleiben. "Für viele bin ich der einzige, mit dem sie überhaupt noch streiten können", weiß er. Wenn die Arbeit ihn doch mal stresst, reagiert sich Marco im Fitnessstudio ab. Viel mehr stressen allerdings Gleichaltrige, die keine Ahnung haben, was alles zur Altenpflege gehört, und trotzdem doofe Sprüche machen. "Ich habe viel gelernt", sagt Marco. "Und bei der Arbeit mit alten Menschen kann man mit so wenig so viel erreichen!“

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