Altenpfleger/in

Jessica (20)

„Man muss bereit sein zu geben.”

Jessica lernt im Ev. Johannesstift in Berlin.

Altenpfleger ist ein Zukunftsberuf

Profilbild von Marco
© privat

Altenpfleger Marco: Die Seniorinnen lieben sein Lächeln - und sein Klavierspiel.

Als Marco sich ans Piano setzt, wird‘s ganz still im Wohnzimmer des Seniorenheims. Er spielt die ersten Takte eines alten Volksliedes. Besonders die alten Damen bekommen feuchte Augen. "Mit Musik kriege ich sie alle!", freut sich Marco. Der 22-jährige Altenpflege-Azubi ist für bestimmte Bewohner fest verantwortlich. Er weckt sie zum Frühstück, hilft beim Waschen, Anziehen und Essen oder sorgt für Abwechslung im Heimalltag, indem er mit "seinen" Bewohnern spazieren geht. Die sind von Herzen dankbar für die Zeit, die er ihnen schenkt.

Andrea Mang, seine Ausbilderin an der Altenpflegeschule der Ev. Diakonissenanstalt in Stuttgart, findet: "Jeder Tag mit den alten Menschen ist anders." Und sie weiß, dass Marcos Beruf Zukunft hat: "Wer examinierter Altenpfleger ist, kann sich seinen Job quasi aussuchen." Altenpfleger sind überall in Deutschland heiß begehrt, schließlich gibt es immer mehr alte Menschen. Marco will nach der Ausbildung Pflegemanagement studieren. "Ich will was für die Altenpflege tun", sagt er, "Schließlich werden wir alle älter. Die Pflege darf nicht länger Tabuthema sein!"

In der Ausbildung lernt Marco unter anderem etwas über Anatomie, Krankheiten im Alter, Sport und Ernährung für Senioren und über die Pflegerichtlinien. Zu seinen Aufgaben gehören Körperpflege, Blutdruck messen, Spritzen geben und die Auseinandersetzung mit dem Tod.

Auf einen Blick

  • Altenpfleger arbeiten im Pflegeheim, Krankenhaus, in der Reha-Klinik, beim Pflegedienst
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre, Voraussetzung: 10-jähriger Hauptschulabschluss; für Altenpflegehelfer: 1 Jahr, 9-jähriger Hauptschulabschluss
  • du brauchst einen Schulplatz und einen Praxisplatz
  • Auszubildende bei der Diakonie verdienen je nach Tarif, Ausbildungsjahr und Bundesland: 780 bis 1.217 Euro (Stand 08/2018)
  • Berufseinsteiger/innen verdienen bei der Diakonie: 2.428 bis 2.910 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Vorurteile nerven

Inzwischen hat Marco seinen Job auf Station gegen den mobilen Dienst eingetauscht. Mit dem Dienstwagen fährt er von Patient zu Patient. Erledigt den Haushalt, stutzt dem einen den Bart, hilft der anderen beim Wechseln der Stützstrümpfe. Aber vor allem unterhält sich Marco mit den alten Leuten: "Es ist unglaublich, was die alles über die deutsche Geschichte wissen!"

Klar bleiben auch Generationenkonflikte nicht aus. Viele sind streitlustig. Aber Marco hat gelernt, ruhig zu bleiben. "Für viele bin ich der einzige, mit dem sie überhaupt noch streiten können", weiß er. Wenn die Arbeit ihn doch mal stresst, reagiert sich Marco im Fitnessstudio ab. Viel mehr stressen allerdings Gleichaltrige, die keine Ahnung haben, was alles zur Altenpflege gehört, und trotzdem doofe Sprüche machen. "Ich habe viel gelernt", sagt Marco. "Und bei der Arbeit mit alten Menschen kann man mit so wenig so viel erreichen!“

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