Diätassistent/in

Marlene (24)

„Wir essen auch Süßigkeiten, aber in Maßen.”

Marlene lernt im Ev. Klinikum Bethel.

Diätassistenten kennen sich mit gesunder Ernährung aus

Profilbild von Svenja
© privat

Diätassistentin Svenja: "Es geht nicht um Speckbauch oder Traumfigur."

Abnehmen im Schlaf? So ein Quatsch! Ketchup wird aus Tomaten und Wasser gemacht? Blödsinn! Svenja hat in ihrer Ausbildung zur Diätassistentin an der Berufsfachschule der Diakonie Neuendettelsau schon viele Werbelügen entlarvt. "Viele Leute wissen gar nicht, was gesunde Ernährung bedeutet", sagt die 19-Jährige.

Besonders ältere Männer hätten oft keine Ahnung: "Viele haben noch nie in ihrem Leben selbst gekocht und schwören auf Hausmannskost mit viel Fleisch und Fett.“ Aber wenn sie dann Diabetes oder Magenprobleme plagen, müssen sie ihre Ernährung umstellen. Auch bei Lebensmittelunverträglichkeiten, bei Transplantations- und Dialysepatienten, bei Krankheiten wie Akne, Sodbrennen, Bluthochdruck, Rheuma oder Gicht kann Svenja mit Diättipps helfen. "Es ist manchmal nicht leicht, die Patienten zu überzeugen", sagt sie.

In ihrer Ausbildung pauken Diätassistenten Ernährungstabellen, lernen Krankheitsbilder kennen, denken sich Rezepte aus, beraten Patienten und machen Praktika in Krankenhäusern, Kurkliniken und Großküchen. 

Auf einen Blick

  • Diätassistenten arbeiten in Krankenhäusern, Apotheken, Schulen, Reha-Kliniken, Praxen
  • Ausbildungsdauer: 3 Jahre
  • Voraussetzung: erweiterter Hauptschulabschluss, mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss plus 2-jährige abgeschlossene Berufsausbildung
  • Schulische Ausbildung: keine Vergütung
  • Berufseinsteiger/innen bei der Diakonie verdienen 2.237 bis 2.632 Euro (Stand 08/2018)

Passt der Beruf zu mir?

Keine Zeit zum Essen

In Svenjas Job geht es längst nicht nur ums Abnehmen. Auch wenn viele ihrer Freundinnen das glauben und sie nach Diättipps für die schnelle Bikini-Figur fragen. "Unser Beruf ist wichtiger als je zuvor", sagt Fiona Porter, die Leiterin von Svenjas Schule. "Denn die Menschen nehmen sich nicht mehr die Zeit, um in Ruhe, ausgewogen und gesund zu essen." Dementsprechend vielfältig sind die Zusatzqualifikationen nach der Ausbildung, du kannst dich zum Beispiel zum Thema Diabetes oder Kinderernährung weiterbilden.

Svenja geht inzwischen kritischer durch den Supermarkt. "Unglaublich, was die Lebensmittelindustrie alles auf den Markt wirft", sagt sie. In der Klasse wird oft heftig über neue Trendprodukte diskutiert. Die 19-Jährige will an die Wurzel der Essprobleme ran und die Menschen informieren, bevor sie sich falsch ernähren und krank werden.

Deshalb macht sie neben der Ausbildung das Fachabitur, um danach Ernährungswissenschaften (Ökotrophologie) studieren zu können. "Ganz schön anstrengend, aber es lohnt sich", sagt Svenja. Sie hat nämlich noch einen anderen großen Traum: mal in Neuseeland zu arbeiten. Schließlich haben auch die Menschen am anderen Ende der Welt Fragen zur richtigen Ernährung!

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